Dystonie Vor- und Nachteile von Botolinumneurotoxin

Hier erfährst Du etwas zu Möglichkeiten und Grenzen von Therapien mit Botolinumneurotoxinen
#Botolinumneurotoxin #Botolinumtoxin #Acetylcholin #Neurotransmitter #Elektromyographie #Ultraschall #Signalübertragung #Spritzschema
Möglichkeiten und Grenzen
#Botolinumtoxin (BTX) starkes, von Bakterien produziertes Nervengift, das in geringer Dosierung medizinisch und kosmetisch genutzt wird.

#Acetylcholin (ACh) Neurotransmitter im zentralen und peripheren Nervensystem, über den Nervensignale
auf Muskeln übertragen werden.

#Elektromyographie (EMG) medizinisches Diagnoseverfahren, das elektrische Muskelaktivität misst, um Funktionsstörungen der Muskeln oder
der versorgenden Nerven zu identifizieren.
#Interdisziplinärer Arbeitskreis Bewegungsstörungen (IAB) bietet eine qualifizierte und fachlich unabhängige Plattform für die Zusammenarbeit aller Beteiligten, seien es Erkrankte, deren Angehörige oder therapeutisch Tätige.
Botulinumneurotoxin (BtNT), umgangssprachlich „Botox“, ist ein hochwirksames Nervengift, welches
die Signalübertragungzwischen Nerv und Muskel blockiert. Stark von Dystonie betroffene Muskeln lassen sich auf diese Weise vorübergehend "entspannen".
Das Botolinumtoxin (BTX)
hemmt die
Freisetzung des Botenstoffs
Acetylcholin an der Verbindung zwischen Nerv und Muskel, wodurch hemmende und aktivierende Nervensignale diesen nicht erreichen und er demgemäß nicht angesteuert werden kann.
Botolinumneurotoxine werden von Neurologinnen und Neurologen, die besonders fortgebildet sind, lokal bzw. gezielt, nach einem besonderen Schema, in krankhaft überaktive Muskeln gespritzt. Eine EMG- oder Ultraschal können hilfreich sein, die Zielpunkte bestmöglich zu treffen.
Botolinumneurotoxin zur Therapie bei
Dystonie hat folgende
Vorteile:
Gut wirksam bei fokalen Dystonien
Nacken- und Hals, Gesicht (Ringmuskulatur um die Augen) sowie Hand und Fuß
Wenig Nebenwirkungen
Nur die betroffenen Muskeln werden behandelt, was zur Folge hat, dass es kaum weitere Nebenwirkungen gibt.
Länger anhaltende Schmerzlinderung
Weniger Zittern und Muskelkrämpfe bedeutet weniger Schmerzen und Erschöpfung.
Verbesserung der Lebensqualität
Weniger Zittern, bessere Haltung und weniger Zwangsbewegungen verringern Scham und stärken soziale Teilhabe.
Umkehrbarkeit bzw. Vorläufigkeit
Wirkung hält ca. drei bis vier Monate an, danach lässt sie von Tag zu Tag nach.
Botolinumneurotoxin zur Therapie bei
Dystonie hat folgende
Nachteile:
Wechselwirkung
Wirksamkeit hängt sehr stark auch von "Injektionskompetenz" der Neurologinnen und Neurologen ab.
Vorläufigkeit
Wirkung lässt immer wieder langsam nach, weshalb regelmäßige bzw. immer wieder Injektionen nötig sind.
Muskelschwäche und Lähmung
Zu starke Dosierung und Fehlinjektionen können Kraftverlust oder unbeabsichtigte Lähmungen bewirken.
Lokale Nebenwirkungen
Schmerzen an der Einstichstelle, Blutergüsse sowie - wenn injiziert im Bereich Nacken/Hals oder Kehlkopf - Schluckbeschwerden oder heisere Stimme.
Antikörperbildung
Das Bilden von Antikörpern gegen das Nervengift oder dessen Trägersubstanzen können die Wirkung von Botolinumneurotoxinen langfristig abschwächen und eine schleichende Höherdosierung erfordern.
Aufwand
Regelmäßige Arzttermine erforderlich, die zudem häufig längere An- und Abfahrten (auf eigene Kosten) erfordern, da fachkompetente Neurologinnen und Neurologen eher rar gesät sind.
Für wen ist Botulinumneurotoxin
besonders geeignet?
- Fokale oder segmentale Dystonien
- Linderung starker Schmerzen
- Korrektur von Fehlhaltungen
- Mangelnde Wirkung von Tabletten
- Inakzeptable Wirkung anderer Therapien
🧠 Fazit 🧠
Botulinumneurotoxin ist eine der wichtigsten, wenn nicht gar die bedeutsamste und effektivste Therapie zur Behandlung vieler Dystonieformen, dies besonders, wenn lokal begrenzt. Das Nervengift vermag zwar nicht zu heilen, kann aber Symptome deutlich lindern und damit den Alltag Betroffener enorm erleichtern.
