Dystonie in den Wechseljahren

Hier erfährst Du zu möglichen Auswirkungen von Wechseljahren auf dystonen Bewegungsstörungen
#Wechseljahre (Klimakterium) #Frühzeitige Wechseljahre #Menopause #Prämenopause #Postmenopause #Östrogen #Progesteron #Dopamin
Dystone Bewegungsstörungen
im Klimakterium
#Wechseljahre (Klimakterium) beschreiben die hormonelle Umstellungsphase von Frauen um die 50 Jahre, die mit dem Absinken von Östrogen und Progesteron einhergehen, was schließlich wiederum zum Ausbleiben ihrer Regelblutung nebst Verlust der Eierstockfunktionen (Unfruchtbarkeit) führt.
#Vorzeitige Wechseljahre, die Funktion der Eierstöcke erlischt nebst Regelblutung erlischt bei rund 1% der Frauen vor dem 40. Lebensjahr.
#Menopause exakter Zeitpunkt des Ausbleibens der letzten Regelblutung nach 12 Monaten.
Die Wechseljahre sind für Frauen an sich bereits durchaus erlebnisreich und fordernd: Hitzewallungen, Gelenkschmerzen, Haarausfall, Konzentrations- und Schlafstörungen, Gewichtszunahme sowie Stimmungsschwankungen selten als landläufige Symptome. Bei der einen Frau mehr, bei der anderen Frau weniger. Bei der einen Frau länger, bei der anderen Frau kürzer.
Bei dystoniebetroffenen Damen führt das rasche Absinken von Östrogen und Progesteron dazu, dass sich motorische Symptome regelmäßig spürbar verschlechtern und nicht-motorische Begleitsymptome hinzukommen.
Dies liegt zuvorderst darin begründet, dass es dem Gehirn bzw. zentralen Nervensystem an "hormonellen Kommunikationsschmierstoffen" mangelt, die maßgeblich unseren Schlaf, unsere Stimmung, unser Denken und den Schutz unserer Nervenzellen beeinflussen. Östrogen nimmt überdies feinregelnd Einfluss auf den Dopaminstoffwechsel, weshalb es mittelbar auf die muskuläre Leistungsfähigkeit, den Muskelaufbau sowie die Muskelregeneration und -koordination einwirkt. Schließlich wirkt Progesteron entspannend und angstlösend.
In der Folge spüren Dystoniebetroffene vielfach Folgendes:
- Intensivierung dystonen Zitterns
- Häufung/Verstärkung Muskelkrämpfe
- Erhöhung schmerzhafter Muskelsteife
- Zunahme dystoner Bewegungen/Haltungen
Kurzum: Sinkt oder schwankt insbesondere der Östrogenspiegel, kippt das "motorisch dystone Ungleichgewicht" weiter. Schlafmangel, Erschöpfung, zunehmende Unsicherheiten oder gar Ängste sind weitere eine Dystonie verstärkende Aspekte.
Was tun, wenn guter Rat teuer ist?
Zunächst einmal gilt es, den behandelnden Neurologen bzw. die behandelnde Neurologin aufzusuchen und sich gemeinsam zu beraten. Denkbar sind - je nach bereits etablierter Therapie - ein Aufdosieren der die Muskeln entspannenden Medikamente, eine Dosiserhöhung oder Intervallverkürzung regelhaft injizierter Botolinumneurotoxine oder die Anpassung der Programmierung der Tiefen Hirnstimulation.
Therapiebegleitend mag Folgendes hilfreich sein:
- Intensivierung der Physio-, Ergo- oder Logopädie
- Einüben gezielter Entspannungstechniken
- Verbesserung der sog. Schlafhygiene
In seltenen Fälle kann schließlich ergänzend eine Hormontherapie als sinnvoll erachtet werden. Doch Wirkung und Nebenwirkungen sind stets kritisch gegeneinander abzuwägen!
