Dystonie und dystone Krisen

Hier erfährst Du etwas in aller Kürze zu sogenannten "dystonen Krisen"
#dystone Krise #Status dystonicus #Notfall #Auslöser #Symptome #Diagnose #Behandlung #Komplikationen #Rhabdomyolyse
Schlimmer geht immer ...
#Krise (med.) plötzlicher, kritischer Wendepunkt einer (chronischen) Erkrankung oder dessen Zuspitzung zu einem akut lebensbedrohlichen Zustand.
#Rhabdomyolyse lebensbedrohlicher Zerfall
von Skelettmuskelzellen, bei dem Zellinhalte, wie Myoglobin, ins Blut freigesetzt werden. Dies kann wiederum zu einem akutem Nierenversagen führen.
Dystone Krisen
sind potenziell lebensbedrohliche medizinische Notfälle, weshalb bei deren Einsetzen
unverzüglich die 112 zu alarmieren ist!
Eine dystone Krise (Status dystonicus) ist ein akuter, meist plötzlich auftretender Zustand, der durch schwere und anhaltende unaufhörliche Muskelzuckungen, schwerste Muskelverkrampfungen gekennzeichnet ist. Sie stellt eine medizinische Notfallsituation dar, da sie mit Bewegungsunfähigkeit oder anhaltenden unwillkürlichen Bewegungen, Kiefer- und Blickkrämpfen, starken Schmerzen, erheblichem Schwitzen sowie Schluck- und Atemstörungen einhergehen kann.
Kurzum: Bei einer dystonen Krise handelt es sich entweder um eine spontane, jedoch vorübergehende extreme Verschlechterung einer hyperkinetischen Bewegungsstörung oder das erstmalige Auftreten ausgeprägter dystoner Symptome. Betroffen sind häufig mehrere Muskelgruppen gleichzeitig, etwa im Bereich von Hals, Gesicht, Rumpf oder Extremitäten.
Dystone Krisen treten meist bei Menschen mit bekannten Bewegungsstörungen auf, insbesondere bei generalisierten Dystonien. Häufige Auslöser sind die Folgenden:
- plötzliche Änderungen oder Absetzen von Medikamenten
- Ausfall oder anderer Defekt einer Tiefen Hirnstimulation
- Neben- oder Wechselwirkungen bestimmter Arzneimitteln
- Infektionen mit und ohne Fieber
- starke körperliche Belastung
- Schlafmangel
- seelischer Stress
In seltenen Fällen ist die genaue Ursache einer dystonen Krise nicht eindeutig feststellbar.
Die Diagnose einer dystonen Krise basiert vor allem auf dem klinischen Erscheinungsbild und der bekannten Krankengeschichte einer betroffenen Person. Zudem können Laboruntersuchungen und bildgebende Verfahren eingesetzt werden, um andere akute neurologische oder internistische Ursachen auszuschließen.
Die Behandlung einer dystonen Krise erfolgt in der Regel stationär. Ziel ist es, die Muskelkrämpfe rasch zu lindern, da sie den Niedergang von Muskelzellen und in der Folge ein Nierenversagen bedeutet können. Ferner gilt es, das Einatmen von Speichel oder Erbrochenem in die Lunge zu verhindern und eine ausreichende Sauerstoffsättigung zu gewährleisten.
Um Komplikationen zu verhindern, kommen unter anderem folgende Therapien zum Einsatz:
- muskelentspannende Medikamente
- Sedierung (künstliches Koma)
- sichere Lagerung und Überwachung
- bedarfsgemäße Umlagerung
- künstliche Ernährung
- intravenöse Flüssigkeitszufuhr
- Atemüberwachung
- Schmerztherapie
In schweren Fällen kann eine intensivmedizinische Betreuung notwendig sein. Bei frühzeitiger und adäquater Behandlung lassen sich dystone Krisen gut kontrollieren. Das Risiko für erneute Krisen kann durch eine sorgfältige Langzeittherapie und das Vermeiden bekannter Auslöser deutlich reduziert werden.
