Dystonien der Körpermitte

Axiale Dystonien behindern Betroffene im Alltag schwer, da sie sich funktionell auf deren Gleichgewicht, ihr Gehen und Stehen sowie Sehen bzw.

Wahrnehmen der Umgebung auswirken.

Eine axiale dystone Bewegungsstörung ist durch eine Beugebewegung bzw. -haltung des Rumpfes nach vorne, nach hinten oder zur Seite gekennzeichnet. Ein verdrehter Rumpf zählt ebenfalls dazu. Je nach Ausprägung sind Rumpf- und/oder Rückenmuskulatur beteiligt.


Axiale Dystonien treten zumeist im fortgeschrittenen Alter auf. Sodann ist an ein Dystonie-Plus-Syndrom oder eine neurodegenerative Erkrankung, etwa Morbus Parkinson, zu denken.


Typische Erscheinungsformen sind die Folgenden:


  • Kamptokormie

Unwillkürliche, schwere Vorwärtsbeugung des Rumpfes beim Stehen oder Gehen


  • Rumpftorsion

Verdrehung des Oberkörpers um die vertikale Längsachse, bei der Schultern und Becken in entgegengesetzte Richtungen rotieren


  • Pisa-Syndrom

Widernatürliche anhaltende Seitwärtsneigung  der Körperachse


  • Dropped-Head-Syndrom

Krankhaftes, unwillkürliche Vorbeugen des Kopfes; vgl. hier auch Anterocollis


Die Therapie einer Axialen Dystonie erfolgt individuell und zielt vor allem auf die Linderung der Symptome ab. Folgendes kann zur Anwendung kommen:


  • Medikamente: Muskelentspannende und schmerzlindernde Präparate


  • Physio- und Ergotherapie: Übungen, die helfen, Bewegungsabläufe zu verbessern und Versteifungen vorzubeugen


  • Hilfsmittel: z.B. Gehstützen, Halskrausen, Nackenstützen oder Rollatoren, die Bewegung erleichtern und Stürzen vorbeugen


  • Tiefe Hirnstimulation (THS): Implantation von Elektroden im Tiefen Hirn nebst Impulsgeber unterhalb eines Schlüsselbeines


Neurobotolinumtoxine kommen eher selten zur Anwendung, da eine entsprechende Injektionstherapie die Symptome häufig verstärkt.