Kryoneurolyse Nervenvereisung

Denervierung bei Dystonie

Zerstörung der Axone: Das Innere des Nerven (die Axone, welche die Signale weiterleiten) wird deaktiviert und die Myelinschicht wird beschädigt. Dies ist die sogenannte Wallersche Degeneration.

Bei der Kryoneurolyse handelt es sich um ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung von Schmerzen und/oder Spastik sowie, wenn gleich eher selten, Dystonie vermittels sozusagen auf den Punkt in einen Nerv eingebrachte starke Kälte.


Bei einer sogenannten Nervenvereisung wird ein schmerzleitender und/oder krampfauslösender Nerv vermittels Kältesonde vorübergehend teilweise zerstört. Temperaturen zwischen -60 und -80 Grad führen dazu, dass die Nervenhülle unversehrt bleibt, das Nerveninnere jedoch zerfällt. Röntgen und Ultraschall sind ein Garant für Punktgenauigkeit.


Nach einer Kryoneurolyse können jene elektrischen Signale, die eine dystone Verkrampfungen schlussendlich bewirken, die von Dystonie betroffene Muskulatur längerfristig nicht mehr erreichen. Es braucht 3-24 Monate bis sich ein entsprechend behandelter Nerv erholt und die Symptome langsam wieder einsetzen beginnen.


Kryoneurolysen kommen bei Dystonie dann zum Einsatz, wenn Medikamente und Neurobotolinumtoxine nicht bzw. unzureichend wirken. In Einzelfällen finden sie  auch bei Personen Anwendung, die mit einer Tiefen Hirnstimulation versorgt wurden, diese jedoch nicht, wie erhofft, Wirkung entfaltet.


Vorteile

  • Kann Schmerzen und schwere Verkrampfungen gezielt über mehrere Monate lindern.
  • Geringes Risiko für dauerhafte Nervenschäden.
  • Unter lokaler Betäubung auch ambulant durchführbar. 


Nachteile

  • Wiederholungen für dauerhafte Wirkung unerlässlich.
  • Blutergüsse, Taubheitsgefühle und Infektionen selten, jedoch möglich.
  • Keine Regelleistungen von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen; Sonderanträge erforderlich