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Was ist Dystonie?


  • Dystonien bzw. dystone Symptome zählen zu den sogenannten neurologischen Bewegungsstörungen. Charakteristisch sind wiederholende, ungewollte Bewegungen und widernatürliche Körperhaltungen.


  • Der Ursprung dystoner Bewegungsstörungen kann degenerativ, strukturell, funktionell oder unbekannt  sein. Sie ergeben sich entweder aus Abbauprozessen bzw. anderer Schäden im zentralen Nervensystem, einer Fehlfunktion in der Verarbeitung von Nervenimpulsen unter Beteiligung auch des peripheren Nervensystems oder aus noch nicht erkannten Gründen.


  • Dystonien werden mittlerweile wie folgt klassifiziert: "Isolierte Dystonie" (eigene Erkrankung) "Kombinierte Dystonie" (Symptom einer anderen Erkrankung) oder "Komplexe Dystonie" (Syndrom). Kurzum: "Die" Dystonie gibt es nicht.


  • Dystone Bewegungsstörungen können sich aus Folgendem ergeben: (epi)genetischer Veranlagung, Fehlbildung, Verletzung, Erkrankung, Neben-  oder Wechselwirkung von Medikamenten, Vergiftung, (fein)motorischer Überbelastung oder einem extremen psychischen Trauma.


  • So oder so: Es liegt eine Fehlfunktion im Nervensystem unter Beteiligung vom Schaltzentrum für Bewegung - also den Basalganglien - im Tiefen Hirn vor. Es handelt sich um eine hirnorganische Netzwerkstörung.


  • Vorgenanntes führt zu einer widernatürlichen Kommunikation zwischen bestimmten Bereichen im Gehirn und zwischen dem Gehirn sowie jenen Nerven, die Muskeln mit aktivierenden und hemmenden Impulsen versorgen. Es mangelt - vereinfacht gesprochen - grundsätzlich an Signalen, die Muskeln zu entspannen vermögen.


  • Daraus entstehende dystone Bewegungsstörungen zeigen sich in unwillkürliche Muskelaktivitäten. Typisch sind Zittern, Zucken oder Krampfen. Verdrehende bzw. schraubende Bewegungen und bizarre Fehlhaltungen. Dies liegt darin begründet, dass die wechselwirkende Harmonie von An- und Entspannung betroffener Muskeln gestört ist, die eine natürliche Bewegung und Haltung ermöglicht.


  • Dystone Bewegungsstörungen betreffen ausschließlich die Skelettmuskulatur des Menschen, also jene Muskeln, die für Körperbewegung und -haltung erforderlich sind. Betroffen können einzelne Körperglieder bzw. Gliedmaßen (fokale Dystonie), bestimmte Körperpartien (segmentale Dystonie), eine Körperseite (Hemidystonie) oder -hälfte (axiale Dystonie) sowie der ganzer Körper (generalisierte Dystonie) sein.


  • Eine dystone Bewegungsstörung kann in jedem Alter auftreten und schleichend oder schlagartig einsetzen sowie anfallsartig oder dauerhaft auftreten. Im Schlafen ruhen die Symptome.


  • Dystonien sind grundsätzlich unheilbar; funktionelle Bewegungsstörungen davon ausgenommen. Höchst selten bzw. lediglich in besonderen Fällen verlaufen Dystonien tödlich. In Einzelfällen können sie gleichwohl lebensverkürzend sein.